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Was ist der Energiestoffwechsel?
Einfach erklärt

Der Körper benötigt ständig Energie – auch in Ruhe. Der Energiestoffwechsel umfasst die Prozesse, mit denen Energie aus Nährstoffen verfügbar gemacht und für Körperfunktionen genutzt wird.

Aktive Person beim Laufen im Freien

Kurz erklärt

Unter Energiestoffwechsel versteht man die Gesamtheit der Prozesse, mit denen der Körper Energie aus Nahrungsbestandteilen verfügbar macht, umwandelt, speichert und nutzt.

Energie wird für grundlegende Körperfunktionen ebenso benötigt wie für Bewegung, Wachstum, Temperaturregulation und zahlreiche Stoffwechselprozesse.

Die wichtigsten energieliefernden Nährstoffe sind Kohlenhydrate, Fett und Protein. Auch Ballaststoffe können in begrenztem Umfang Energie liefern.

Auf einen Blick

Energie
Wird für sämtliche Körperfunktionen benötigt.

Nährstoffe
Kohlenhydrate, Fett und Protein liefern Energie.

Ruheverbrauch
Auch ohne Bewegung benötigt der Körper ständig Energie.

Individuell
Energiebedarf und Energieverbrauch unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Woher bekommt der Körper Energie?

Abstrakte wissenschaftliche Darstellung der Energiegewinnung in einer Zelle

Lebensmittel enthalten chemisch gebundene Energie.

Bei der Verdauung werden energieliefernde Nährstoffe zerlegt und anschließend in Stoffwechselwegen weiterverarbeitet. Dabei entstehen energiereiche Verbindungen, die Zellen für ihre Arbeit nutzen können.

Ein zentraler Energieträger in Zellen ist ATP, Adenosintriphosphat. ATP kann vereinfacht als kurzfristig nutzbare „Energiewährung“ der Zelle verstanden werden.

Welche Nährstoffe liefern Energie?

Vielfältige Lebensmittel als Quellen energieliefernder Nährstoffe

Die drei wichtigsten energieliefernden Nährstoffe sind:

  • Kohlenhydrate: etwa 4 kcal pro Gramm
  • Protein: etwa 4 kcal pro Gramm
  • Fett: etwa 9 kcal pro Gramm

Ballaststoffe können im Dickdarm teilweise von Mikroorganismen verarbeitet werden und liefern im Durchschnitt ebenfalls eine geringe Energiemenge.

Alkohol liefert ebenfalls Energie, wird jedoch nicht als Nährstoff empfohlen.

Was passiert mit Kohlenhydraten?

Viele verdauliche Kohlenhydrate werden letztlich in einfache Zuckerbausteine zerlegt. Glucose kann von zahlreichen Zellen direkt für die Energiegewinnung genutzt werden.

Ein Teil kann als Glykogen gespeichert werden. Die Speicherkapazität ist jedoch begrenzt.

Kohlenhydrate sind damit ein wichtiger, aber nicht der einzige Energieträger des Körpers.

Was passiert mit Fett und Protein?

Fett besitzt eine hohe Energiedichte und kann in größerem Umfang im Körper gespeichert werden. Fettsäuren können in verschiedenen Geweben zur Energiegewinnung genutzt werden.

Protein dient in erster Linie als Baustoff für körpereigene Strukturen und funktionelle Proteine. Bei Bedarf kann der Körper Aminosäuren jedoch ebenfalls in den Energiestoffwechsel einbeziehen.

Der Stoffwechsel kann also flexibel auf unterschiedliche Nährstoffangebote reagieren.

Wie hoch ist der Energieverbrauch in Ruhe?

Auch im Schlaf oder beim ruhigen Sitzen benötigt der Körper Energie.

Diese Energie wird unter anderem gebraucht für:

  • Atmung
  • Herz-Kreislauf-Funktion
  • Gehirnaktivität
  • Aufrechterhaltung der Körpertemperatur
  • Stoffwechsel und Zellfunktionen

Der Ruheenergieverbrauch hängt unter anderem von Alter, Körpergröße, Körpergewicht, Körperzusammensetzung und weiteren individuellen Faktoren ab.

Welche Rolle spielt Bewegung?

Alltagsbewegung und Energieverbrauch im Freien

Körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch zusätzlich zum Ruheenergieverbrauch.

Wie stark, hängt unter anderem von Dauer und Intensität der Aktivität ab.

Deshalb kann der tägliche Energiebedarf bei zwei Menschen mit ähnlichem Alter und Körpergewicht deutlich unterschiedlich sein, wenn sich ihr Alltag und ihre körperliche Aktivität unterscheiden.

Welche Rolle spielen Vitamine und Mineralstoffe?

Vitamine und Mineralstoffe liefern selbst keine Kalorien.

Verschiedene Mikronährstoffe sind jedoch Bestandteile oder Cofaktoren von Enzymen und anderen Stoffwechselprozessen, die an der Verarbeitung von Nährstoffen beteiligt sind.

Daraus folgt nicht, dass eine höhere Zufuhr automatisch „mehr Energie“ erzeugt. Entscheidend ist eine bedarfsgerechte Versorgung.

Energieaufnahme ist nicht dasselbe wie sich „energiegeladen“ zu fühlen

Im Alltag wird „Energie“ oft als Synonym für Wachheit oder Leistungsgefühl verwendet.

In der Ernährungswissenschaft bezeichnet Energie dagegen eine messbare Größe, die beispielsweise in Kilokalorien oder Kilojoule angegeben wird.

Müdigkeit oder Erschöpfung können zahlreiche Ursachen haben. Aus einem subjektiven Energiegefühl lässt sich deshalb nicht automatisch auf einen bestimmten Nährstoffmangel schließen.

Häufige Fragen

Damit sind die Prozesse gemeint, mit denen der Körper Energie aus Nährstoffen gewinnt, umwandelt, speichert und für Körperfunktionen nutzt.

Fett liefert mit etwa 9 kcal pro Gramm mehr Energie als Kohlenhydrate oder Protein mit jeweils etwa 4 kcal pro Gramm.

Ja. Atmung, Herzfunktion, Gehirn und zahlreiche Stoffwechselprozesse laufen auch während des Schlafs weiter.

Nein. Vitamine liefern keine Kalorien. Verschiedene Vitamine sind jedoch an Stoffwechselreaktionen beteiligt.

Nein. Er hängt unter anderem von Alter, Körpergröße, Körpergewicht, Körperzusammensetzung und körperlicher Aktivität ab.

Nein. Müdigkeit kann viele unterschiedliche Ursachen haben und sollte nicht allein über die Kalorienzufuhr oder einzelne Nährstoffe erklärt werden.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltender oder ausgeprägter Müdigkeit sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Energie
    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/energie/
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — FAQ Energiezufuhr
    https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/energiezufuhr/
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Richtwerte für die Energiezufuhr aus Kohlenhydraten und Fett
    https://www.dge.de/wissenschaft/stellungnahmen-und-positionspapiere/positionen/richtwerte-fuer-die-energiezufuhr-aus-kohlenhydraten-und-fett/