Kurz erklärt
Es gibt keinen einzelnen „Männer-Nährstoff“.
Männer benötigen grundsätzlich dieselben essenziellen Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Fettsäuren und weiteren Nährstoffe wie andere Erwachsene.
Unterschiede gibt es bei einigen Referenzwerten, zum Beispiel weil sich durchschnittliche Körpergröße, Energiebedarf, Stoffwechsel oder physiologische Verluste unterscheiden können.
Diese Referenzwerte sind Orientierungsgrößen für Bevölkerungsgruppen und keine persönliche Diagnose.
Auf einen Blick
Energie
Der durchschnittliche Energiebedarf hängt stark von Körpergröße, Körperzusammensetzung und Aktivität ab.
Zink
Für erwachsene Männer gelten abhängig von der Phytatzufuhr höhere DGE-Referenzwerte als für Frauen.
Selen
Auch hier unterscheiden sich die Schätzwerte nach Geschlecht.
Individuell
Alter, Ernährung, Aktivität und Gesundheitszustand sind wichtiger als pauschale „Männerformeln“.
Warum unterscheiden sich manche Referenzwerte?
Referenzwerte werden nicht nur nach Nährstoff, sondern auch nach Lebensphase und teilweise nach Geschlecht angegeben.
Unterschiede können mit durchschnittlicher Körpermasse, Energieumsatz, Stoffwechsel oder physiologischen Verlusten zusammenhängen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mann exakt dieselbe Menge benötigt.
Welche Rolle spielt der Energiebedarf?
Der Energiebedarf kann zwischen zwei Männern deutlich variieren.
Ein körperlich aktiver, großer Mensch mit viel Muskelmasse benötigt im Durchschnitt mehr Energie als eine kleinere Person mit überwiegend sitzendem Alltag.
Alter, Körperzusammensetzung und Aktivitätsniveau spielen dabei eine wichtige Rolle.
Deshalb ist „männlich“ allein kein ausreichender Faktor, um den persönlichen Energiebedarf zu bestimmen.
Zink: Warum unterscheiden sich die Referenzwerte?

Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und Proteine und wird für viele Stoffwechselprozesse benötigt.
Die DGE gibt die empfohlene Zinkzufuhr bei Erwachsenen abhängig von der Phytatzufuhr an. Phytat kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten vor und kann die Zinkaufnahme beeinflussen.
Für erwachsene Männer liegen die Referenzwerte in den DGE-Tabellen höher als für erwachsene Frauen.
Das ist jedoch keine Aufforderung zu einer pauschalen Zink-Supplementation. Eine dauerhaft hohe Zinkzufuhr kann unerwünschte Effekte haben.
Selen: Ein Spurenelement mit geschlechtsspezifischen Referenzwerten
Selen ist ein essenzielles Spurenelement.
Die DGE gibt für erwachsene Männer einen höheren Schätzwert an als für erwachsene Frauen.
Wie bei anderen Nährstoffen gilt: Der Referenzwert beschreibt eine Orientierung für die Zufuhr in einer Bevölkerungsgruppe. Er sagt nicht automatisch aus, ob eine einzelne Person ausreichend versorgt ist.
Eisen: Männer brauchen nicht automatisch mehr
Beim Eisen zeigt sich, warum pauschale Aussagen über „Männerbedarf“ wenig sinnvoll sind.
Die empfohlenen Zufuhren unterscheiden sich unter anderem deshalb, weil menstruierende Frauen regelmäßig Eisen über Blut verlieren.
Für viele erwachsene Männer liegt der Referenzwert daher niedriger als für menstruierende Frauen.
Ein niedriger oder hoher Eisenstatus sollte nicht allein anhand unspezifischer Symptome vermutet werden, sondern bei Bedarf medizinisch abgeklärt werden.
Protein und Bewegung

Protein ist ein essenzieller Nährstoff und liefert Aminosäuren für zahlreiche Körperstrukturen.
Der Proteinbedarf hängt nicht allein vom Geschlecht ab. Alter, Körpergewicht, Trainingsumfang und weitere Faktoren können relevant sein.
Wer regelmäßig Sport treibt, sollte deshalb nicht automatisch zu hoch dosierten Produkten greifen, sondern den Gesamtbedarf im Kontext der Ernährung betrachten.
Brauchen Männer spezielle Nahrungsergänzungsmittel?

Aus dem Geschlecht allein lässt sich keine pauschale Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel ableiten.
Die DGE-Referenzwerte dienen als Orientierung für die normale Ernährung. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von Ernährung, Lebensphase, Erkrankungen, Medikamenten und gegebenenfalls diagnostizierten Mängeln ab.
„Für Männer“ auf einem Etikett bedeutet daher nicht automatisch, dass ein Produkt für jeden Mann notwendig ist.
Häufige Fragen
Haben Männer einen anderen Nährstoffbedarf als Frauen?
Bei einigen Referenzwerten gibt es Unterschiede, bei vielen Nährstoffen jedoch nicht. Außerdem beeinflussen Alter, Körpergröße und Aktivität den Bedarf.
Warum liegt der Zink-Referenzwert bei Männern höher?
Die DGE berücksichtigt Geschlecht und bei Erwachsenen zusätzlich die Phytatzufuhr, weil sie die Zinkaufnahme beeinflussen kann.
Brauchen Männer mehr Eisen?
Nicht pauschal. Bei erwachsenen Männern liegt der Eisen-Referenzwert häufig niedriger als bei menstruierenden Frauen.
Ist Selen nur für Männer wichtig?
Nein. Selen ist für alle Menschen essenziell. Die DGE-Schätzwerte unterscheiden sich jedoch teilweise nach Geschlecht.
Brauchen sportliche Männer automatisch Proteinpulver?
Nein. Relevant ist der gesamte Proteinbedarf und wie gut er über die Ernährung gedeckt wird.
Sind „Männer-Supplements“ grundsätzlich notwendig?
Nein. Aus der Produktkategorie allein lässt sich kein individueller Bedarf ableiten.
Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Ernährungsberatung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel oder bei bestehenden Erkrankungen sollte eine fachliche Abklärung erfolgen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Referenzwerte-Tool
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte-tool/ - Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — FAQ Zink
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-zink/ - Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Selen
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/selen/ - Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Eisen
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/
