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Eine Stunde mehr Schlaf – warum bin ich trotzdem müde?

23.10.2026 · SonneSee Redaktion

Sonntagmorgen, die Uhr zeigt kurz nach sechs, und Sie sind hellwach. Eigentlich klang es doch so gut: In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt – eine Stunde mehr Schlaf, geschenkt. Und trotzdem fühlen sich viele am Dienstag oder Mittwoch danach wie ausgebremst: abends schon um neun bleiern müde, morgens zu früh wach, tagsüber nicht ganz da.

Sind Sie da empfindlicher als andere? Nein. Und es liegt auch nicht an Einbildung. Hier ist, was dahintersteckt – und was Sie in den nächsten Tagen konkret tun können.

Sie sind nicht allein: Was Umfragen zeigen

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit (Februar 2026, gut 1.000 Befragte) spüren rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland die Zeitumstellung körperlich oder seelisch. Frauen berichten deutlich häufiger davon (knapp 40 Prozent) als Männer (22 Prozent). Unter den Betroffenen sind die häufigsten Beschwerden:

  • Müdigkeit und Schlappheit (78 Prozent)
  • Einschlafprobleme und Schlafstörungen (66 Prozent)
  • Konzentrationsprobleme (44 Prozent)

Die „geschenkte Stunde“ ist also für viele kein reines Geschenk.

Warum die zusätzliche Stunde nicht so wirkt, wie man denkt

Ihre innere Uhr liest keine Wanduhr

Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird von einer inneren Uhr gesteuert, und deren wichtigster Taktgeber ist Licht. Die Wanduhr springt in einer Nacht um eine Stunde, der Körper nicht. Er läuft erst einmal im alten Takt weiter. Das bedeutet nach der Umstellung auf Winterzeit: Sie werden nach Uhrzeit früher müde und früher wach. Wer sonst um 7 Uhr aufwacht, liegt jetzt um 6 Uhr wach im Bett. Wer ohnehin ein Frühaufsteher ist, merkt das besonders.

Die Stunde „mehr“ gibt es also nur in einer einzigen Nacht. Danach muss sich der Körper an einen neuen Alltagstakt gewöhnen – Arbeit, Termine und Essenszeiten verschieben sich gegenüber seinem gewohnten Rhythmus.

Die Umstellung fällt mitten in die dunkle Jahreszeit

Ein Teil der Müdigkeit hat mit der Stunde gar nichts zu tun. Ende Oktober werden die Tage ohnehin kürzer, und nach der Umstellung wird es am Nachmittag eine Stunde früher dunkel. Wer morgens im Dunkeln zur Arbeit fährt und abends im Dunkeln heimkommt, bekommt tagsüber oft kaum echtes Tageslicht ab. Die DAK beschreibt genau das als Kern des Problems im Herbst: Die innere Uhr passt nicht mehr zu den äußeren Lichtverhältnissen.

Wie lange das dauert, ist sehr unterschiedlich

Manche sind nach ein bis zwei Tagen wieder im Rhythmus, andere brauchen bis zu zwei Wochen. Das ist normal und hängt unter anderem vom Schlaftyp ab. Ausgeprägte Spättypen („Eulen“) gelten laut DAK als besonders betroffen.

Drei Mythen rund um die Zeitumstellung

„Im Herbst gewinnt man doch nur Schlaf.“ Nur in einer Nacht. Danach zählt, wie gut Körper und Alltag wieder zusammenpassen.

„Am Sonntag einfach richtig ausschlafen.“ Lange Ausschlafen verschiebt den Rhythmus eher weiter. Hilfreicher sind möglichst gleiche Aufsteh- und Schlafenszeiten, auch am Wochenende.

„Wer nach drei Tagen noch müde ist, stellt sich an.“ Bis zu zwei Wochen Anpassung sind möglich. Wer länger anhaltend müde ist, sollte das allerdings ärztlich abklären lassen, statt es auf die Uhr zu schieben.

Was Sie jetzt tun können

  • Vorab sanft verschieben: In den Tagen vor der Umstellung abends etwas später ins Bett gehen, in kleinen Schritten. So kommt der Sprung nicht auf einmal.
  • Tageslicht tanken: So viel Zeit wie möglich tagsüber draußen verbringen, gerade vormittags. Licht ist das stärkste Signal für die innere Uhr – auch an grauen Tagen ist es draußen meist deutlich heller als drinnen.
  • Feste Zeiten halten: Zur gleichen Zeit aufstehen und schlafen gehen, auch am Wochenende.
  • Abends leicht essen: Schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen meiden.
  • Sich selbst Zeit geben: Die ersten Tage nach der Umstellung bewusst etwas ruhiger planen, wenn möglich.

Häufige Fragen

Wann ist die Zeitumstellung 2026?

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 25. Oktober 2026. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt die Winterzeit (Normalzeit).

Wie lange dauert es, bis man sich an die Winterzeit gewöhnt hat?

Das ist individuell verschieden: Manche brauchen ein bis zwei Tage, andere bis zu zwei Wochen.

Stimmt es, dass die Winterzeit besser zu unserem Körper passt?

Viele Schlafforscher sehen das so. Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin (AASM) etwa hält eine dauerhafte Normalzeit – also die Winterzeit – für die Variante, die am besten zum natürlichen Rhythmus von Sonnenauf- und -untergang passt. Ob und wann die Zeitumstellung in der EU abgeschafft wird, ist weiterhin offen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Quellen:

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