Kurz gesagt: Leber und Schilddrüse stehen in enger Wechselwirkung. Die Leber bildet die Eiweiße, die Schilddrüsenhormone im Blut transportieren, und ist an deren Abbau und Umwandlung beteiligt. Umgekehrt beeinflussen Schilddrüsenhormone zahlreiche Stoffwechselvorgänge in der Leber.
Was die Leber für die Schilddrüsenhormone tut
- Transport: Die Leber bildet thyroxinbindendes Globulin (TBG), Transthyretin und Albumin – die Eiweiße, an die die Schilddrüsenhormone im Blut überwiegend gebunden sind.
- Umwandlung: Die Leber gehört zu den Geweben, in denen T4 in das aktivere T3 umgewandelt wird. Mehr dazu in Schilddrüse: Was bedeutet die Umwandlung von T4 zu T3?
- Abbau: Die Leber baut Schilddrüsenhormone ab und scheidet sie über die Galle aus.
Was die Schilddrüsenhormone für die Leber tun
Schilddrüsenhormone beeinflussen den gesamten Stoffwechsel – auch den Fett- und Energiestoffwechsel in der Leber. Deshalb können Veränderungen der Schilddrüsenfunktion sich auch in Laborwerten zeigen, die mit der Leber oder den Blutfetten zusammenhängen.
Wenn beides zusammenkommt
Erkrankungen der Leber können die Schilddrüsenwerte verändern, etwa über die Menge der Transporteiweiße. Umgekehrt können Schilddrüsenerkrankungen Leberwerte beeinflussen. Auffällige Werte sollten deshalb immer im Gesamtzusammenhang ärztlich beurteilt werden. Welche Schilddrüsenwerte bestimmt werden, erklären wir in TSH-Wert verstehen und fT3 und fT4.
Ernährung und Nährstoffe
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für beide Organe. Für einzelne Nährstoffe sind in der EU gesundheitsbezogene Angaben zugelassen, zum Beispiel: Cholin trägt zur Aufrechterhaltung einer normalen Leberfunktion bei. und Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.