Kurz gesagt: Die Schilddrüse bildet überwiegend das Hormon T4. Ein großer Teil davon wird in anderen Geweben – etwa in Leber, Nieren und Muskulatur – durch Enzyme, die Dejodasen, in das biologisch aktivere T3 umgewandelt. Diesen Vorgang nennt man Umwandlung oder Konversion.
Wer sich mit der Schilddrüse beschäftigt, liest schnell von „T4“, „T3“ und der „Umwandlung“ zwischen beiden. Was hinter diesen Begriffen steckt, erklären wir hier sachlich und verständlich. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was sind T4 und T3?
Die Schilddrüse bildet zwei Hormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Zahlen stehen für die Anzahl der Jodatome im Molekül – T4 trägt vier, T3 drei. Den weitaus größten Teil ihrer Hormonproduktion gibt die Schilddrüse als T4 ins Blut ab, nur ein kleinerer Teil wird direkt als T3 freigesetzt.
Was bedeutet „Umwandlung von T4 zu T3“?
T4 gilt als Vorstufe, T3 als die biologisch aktivere Form. Ein großer Teil des im Körper vorhandenen T3 entsteht nicht in der Schilddrüse selbst, sondern in anderen Geweben – zum Beispiel in Leber, Nieren und Muskulatur. Dabei wird vom T4-Molekül ein Jodatom abgespalten. Zuständig dafür sind Enzyme, die sogenannten Dejodasen. Diesen Vorgang bezeichnet man umgangssprachlich als „Umwandlung“ oder „Konversion“.
Daneben kann aus T4 auch sogenanntes reverses T3 (rT3) entstehen, das keine nennenswerte hormonelle Wirkung hat. Wie viel T4 in welche Form umgewandelt wird, regelt der Körper selbst und abhängig von seinem Bedarf.
Wie werden die Werte ärztlich bestimmt?
Bei einer Untersuchung der Schilddrüse wird meist zuerst der TSH-Wert gemessen – das Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse steuert. Je nach Fragestellung kommen freies T4 (fT4) und freies T3 (fT3) hinzu, gelegentlich auch Antikörper oder ein Ultraschall. Mehr dazu: TSH-Wert verstehen und fT3 und fT4. Welche Werte für dich sinnvoll sind und wie sie zu deuten sind, kann nur deine Ärztin oder dein Arzt beurteilen.
Was hat die Ernährung damit zu tun?
Für die Bildung der Schilddrüsenhormone braucht der Körper vor allem Jod. Auch das Spurenelement Selen spielt eine Rolle: Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Ebenso gilt: Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
Gute Selenquellen sind zum Beispiel Fisch, Eier, Fleisch und Paranüsse; Jod liefern vor allem Seefisch, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung ist die Grundlage – Nahrungsergänzungsmittel können sie ergänzen, aber nicht ersetzen.
Wichtig bei Schilddrüsenerkrankungen
Bei bekannten Schilddrüsenerkrankungen oder der Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten solltest du jede zusätzliche Nährstoffzufuhr – insbesondere von Jod und Selen – vorab mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke besprechen. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu behandeln oder zu verhindern, und ersetzen keine ärztliche Therapie.
Kurz zusammengefasst
- Die Schilddrüse bildet überwiegend T4, das im Körper teilweise zu T3 umgewandelt wird.
- Die Umwandlung erfolgt durch Enzyme (Dejodasen) in verschiedenen Geweben.
- Die Schilddrüsenwerte (TSH, fT4, fT3) werden ärztlich bestimmt und beurteilt.
- Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
Weiterlesen
- fT3 und fT4: Was die Schilddrüsenwerte bedeuten
- TSH-Wert verstehen
- Selen und Schilddrüse
- Jod und Schilddrüse
- Leber und Schilddrüse
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.