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Welche Nährstoffe sind für Frauen besonders wichtig?

Es gibt nicht den einen „Frauen-Nährstoff“. Alter, Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit und Ernährungsweise können den Nährstoffbedarf beeinflussen. Wir erklären, welche Unterschiede bei Referenzwerten besonders relevant sind.

Frau bereitet eine abwechslungsreiche Mahlzeit zu

Kurz erklärt

Frauen benötigen grundsätzlich dieselben essenziellen Nährstoffe wie Männer. Unterschiede entstehen vor allem durch Lebensphase, Körpergröße, Menstruation, Schwangerschaft und Stillzeit.

Besonders sichtbar werden diese Unterschiede bei einigen Referenzwerten, etwa für Eisen, Folat und Jod.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Frau automatisch Nahrungsergänzungsmittel benötigt. Entscheidend sind Ernährungsweise, individuelle Situation und gegebenenfalls medizinische Befunde.

Auf einen Blick

Eisen
Der Referenzwert kann bei menstruierenden Frauen höher sein.

Folat
Rund um eine Schwangerschaft gelten besondere Empfehlungen.

Jod
Der Bedarf steigt in Schwangerschaft und Stillzeit.

Lebensphase
Referenzwerte verändern sich je nach Alter und Situation.

Warum unterscheiden sich Referenzwerte?

Referenzwerte werden unter anderem nach Alter, Geschlecht und besonderen Lebenssituationen angegeben.

Bei Frauen können insbesondere menstruelle Blutverluste, Schwangerschaft und Stillzeit eine Rolle spielen.

Deshalb ist es sinnvoller, von Lebensphasen zu sprechen als von einem pauschalen „Frauenbedarf“.

Eisen und Menstruation

Nährstoffreiche Lebensmittel mit Gemüse Hülsenfrüchten Nüssen und Obst

Eisen ist Bestandteil zahlreicher körpereigener Proteine und unter anderem für den Sauerstofftransport relevant.

Durch die Menstruation gehen regelmäßig kleine Mengen Blut und damit Eisen verloren. Deshalb liegt die empfohlene Eisenzufuhr der DGE bei prämenopausalen menstruierenden Frauen höher als bei vielen Männern oder postmenopausalen Frauen.

Die tatsächlichen Verluste unterscheiden sich jedoch individuell.

Ein niedriger Eisenstatus lässt sich nicht zuverlässig allein anhand von Müdigkeit oder Ernährung abschätzen. Bei Verdacht auf Eisenmangel ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Folat und Kinderwunsch

Schwangere Frau bei einem ruhigen Spaziergang in der Natur

Folat ist ein Vitamin der B-Gruppe und an Zellteilungsprozessen beteiligt.

Für Erwachsene gelten allgemeine Referenzwerte. Rund um eine Schwangerschaft gibt es darüber hinaus besondere Empfehlungen.

Die DGE empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung eine Folsäure- beziehungsweise äquivalente Folat-Supplementation bereits vor Beginn der Schwangerschaft und während des ersten Schwangerschaftsdrittels.

Diese Empfehlung ist eine Besonderheit: Sie ist nicht mit einer pauschalen Supplement-Empfehlung für alle Frauen gleichzusetzen.

Jod in Schwangerschaft und Stillzeit

Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt.

Während Schwangerschaft und Stillzeit steigen die DGE-Referenzwerte für Jod.

Für Schwangere empfiehlt die DGE zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung und der Verwendung von Jodsalz eine definierte Jod-Supplementation. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte dies vorher ärztlich abgeklärt werden.

Auch hier gilt: Eine Empfehlung für eine konkrete Lebensphase sollte nicht auf alle Frauen übertragen werden.

Calcium und Knochen

Calcium ist ein wesentlicher Bestandteil von Knochen und Zähnen und erfüllt außerdem Funktionen in Nerven- und Muskelzellen.

Der Referenzwert für Calcium ist bei erwachsenen Frauen und Männern weitgehend gleich. Das Thema bleibt dennoch über die Lebensspanne relevant, da Knochengewebe kontinuierlich umgebaut wird.

Zu den Calciumquellen zählen unter anderem Milch und Milchprodukte, einige grüne Gemüsearten, Nüsse und Samen sowie calciumreiches Mineralwasser.

Gibt es einen speziellen Nährstoffbedarf in den Wechseljahren?

Aktive ältere Frau in der Natur als Symbol für verschiedene Lebensphasen

Mit den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass pauschal neue Nahrungsergänzungsmittel erforderlich sind.

Wichtiger ist eine insgesamt bedarfsgerechte Ernährung. Bei individuellen Fragen zu Nährstoffstatus, Knochenstoffwechsel oder Beschwerden sollte medizinisch beraten werden.

Warum Referenzwerte keine persönliche Diagnose sind

Referenzwerte beschreiben Orientierungsgrößen für Bevölkerungsgruppen.

Sie sagen nicht automatisch aus, ob eine einzelne Person „zu wenig“ oder „zu viel“ von einem Nährstoff aufnimmt.

Für eine individuelle Bewertung können unter anderem Ernährung, Blutwerte, Erkrankungen, Medikamente und Lebensphase relevant sein.

Häufige Fragen

Nicht pauschal. Bei menstruierenden Frauen ist der DGE-Referenzwert höher, weil menstruelle Eisenverluste berücksichtigt werden.

Folat ist grundsätzlich ein essenzieller Nährstoff. Für Frauen mit Kinderwunsch und in der frühen Schwangerschaft bestehen darüber hinaus besondere Empfehlungen.

In Schwangerschaft und Stillzeit verändern sich physiologische Anforderungen. Deshalb gelten hierfür eigene DGE-Referenzwerte.

Nein. Eine pauschale Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Nein. Calcium ist für Menschen aller Geschlechter relevant. Die Referenzwerte für Erwachsene sind weitgehend gleich.

Nein. Sie dienen der Orientierung für Bevölkerungsgruppen und ersetzen keine individuelle Diagnostik.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. In Schwangerschaft, Stillzeit, bei Kinderwunsch oder bekannten Erkrankungen sollten individuelle Fragen mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Eisen
    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Folat
    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/folat/
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Jod
    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Calcium
    https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit
    https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/ernaehrung-in-schwangerschaft-und-stillzeit/